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Suchtmodell
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Suchtmodell Ein wissenschaftlich aktuelles Suchtmodell muss neurobiologische, psychologische und soziale Aspekte integrieren. Es ist davon auszugehen, dass die Motivation des Konsums psychotroper Substanzen in der erwarteten Wirkung auf neurobiologische Affektsysteme liegt. Die hauptsächlichen Trinkmotive sind: 1. Bewältigung negativer Stimmung 2. Förderung positiver Stimmung 3. soziale Erleichterung 4. Verbesserung des Selbstvertrauens. |
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Das Suchtmittel generiert im dopaminergen Anreizsystem positiven Affekt (= dopaminerge Neurotransmission im VTA und Nucleus Accumbens), gleichzeitig wird negativer Affekt ggf. vermindert (zumindest bei Alkohol und anxiolytischen Substanzen). Entsprechend dürfte ein prämorbide erniedrigter positiver Affekt und/oder ein prämorbide erhöhter negativer Affekt (s. o.) zu erhöhtem Substanzkonsum prädisponieren (Schlebusch et al., 2006). Die hohe Verstärkungswirkung von Suchtmitteln führt zu einer Konditionierung der Affektsysteme auf die Substanz, da diese effektiv und ohne große Anstrengung und v. a. kontingent zur Einnahme zum gewünschten Effekt führt. Hieraus resultiert, dass konsumbezogenes Verhalten selektiv verstärkt und nicht-konsumbezogenes Verhalten selektiv gelöscht wird, da es immer seltener ausgeführt wird. Der Anreizwert der Substanz ist somit weitaus höher, als der anderer Aktivitäten, die mit niedrigeren Belohnungswerten oder mit zeitlich versetzten Belohnungen einhergehen. Diese Entwicklung führt zu einem schrittweisen Kompetenzverlust, weil andere Verhaltensweisen eingestellt oder nicht verstärkt werden. Die Psychologische Seite dieses Geschehens haben Schlebusch, Kuhl, Breil & Püschel (2006) zu einer Störungstheorie der Sucht zusammengefasst. Diese beruht auf der Handlungs- und Persönlichkeitstheorie von Kuhl (2001). Hier wird davon ausgegangen, dass die Betroffenen unter einer Störung der Affektregulation leiden: Sie können negativen Affekt nicht angemessen reduzieren (z. B. Ängste, Unruhe, Spannungen), und ebenso positiven Affekt nicht angemessen anheben (sie kommen nicht ins Handeln). Dies führt laut Kuhl zu Schwierigkeiten im Erkennen eigener Bedürfnisse und Motive auf der einen Seite und der Umsetzung von Absichten auf der anderen Seite. Besondere Schwierigkeiten entstehen dann, wenn die Person eigene Bedürfnisse in Handeln umsetzen will. Das Hauptproblem der Betroffenen besteht nämlich darin, dass aufgrund eines mangelnden Selbstzugangs keine bedürfniskongruenten Absichten gebildet werden können. Die Person gerät dadurch in eine im Laufe der Zeit immer größer werdende Diskrepanz zwischen ihren Bedürfnissen und deren Umsetzung. Hieraus ergibt sich für die Therapie von Personen mit Suchterkrankungen, dass sowohl Klärungsorientierte Aspekte als auch Lösungsorientierte Aspekte zentrale Ansatzpunkte sein müssen. Die klassische Verhaltenstherapie muss durch solche Klärungsorientierten Aspekte ergänzt werden. |
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